Laufen

1 Woche Laufurlaub auf Mallorca – Mein Erfahrungsbericht

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Letztes Jahr im März entschied ich mich dazu, an einem Laufurlaub teilzunehmen.

7 Tage „alleine“ Laufurlaub…. Das war für mich zwar eine sehr reizvolle, aber zugleich auch befremdliche Vorstellung. Was für Leute werde ich dort treffen? Sitze ich beim Abendessen einsam am Tisch? Sind die anderen Teilnehmer beim Laufen viel schneller und ich halte alle auf?

Ich habe den Laufurlaub über die Organisation Laufcampus gebucht.

Meine zuvor beschriebenen Zweifel legten sich schon kurz nach meiner Ankunft im ****Hotel Grupotel Gran Vista in Can Picafort.

Alle Laufcamp-Teilnehmer trafen sich für ein erstes Kennenlernen bei einem Abendessen. Ich traf auf unsere drei Lauftrainer Armand, Cathleen und Ivan sowie auf 20 Teilnehmer, die meine Liebe zum Laufen teilen. Natürlich hatten wir sofort ein gemeinsames Gesprächsthema und das Eis war gebrochen.

In einer anschließenden lockeren Gesprächsrunde, wurde uns durch die Trainer das Wochenprogramm vorgestellt, sowie unsere Erwartungen an die Woche und der aktuelle Leistungsstand erfragt.

Die Wochenplanung sah vor, die Tage um 07:00 Uhr mit einer Yogastunde zu beginnen. Weiterhin stand um 10:30 Uhr ein Lauf auf dem Plan, um 17 Uhr ein weiterer aktiver Programmpunkt sowie um 20 Uhr ein theoretischer Teil, in dem uns die Trainer Anregungen und wichtige Informationen bezüglich unserer Trainingsgestaltung, Ernährung, Laufschuhe, Laufstile und vieles mehr mit auf den Weg gaben. Ich muss hinzufügen, dass jeder Programmpunkt natürlich freiwillig war. Jeder Teilnehmer konnte spontan entscheiden, woran er teilnimmt und woran nicht. Die Motivation und der Spaß waren jedoch bei allen Läufern so hoch, dass kaum ein Programmpunkt ausgelassen wurde.

 

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Zweiter Tag:

Den Morgen starteten wir wie geplant mit Yoga. Für mich war es die erste Erfahrung, die ich mit Yoga gesammelt habe. Ich konnte feststellen, dass es meinem Körper richtig gut tut, die Beweglichkeit meines Körpers fördert und einfach eine tolle Ergänzung zum Training ist.

Um 10:30 Uhr konnte ich dann endlich meine Laufschuhe schnüren. Es stand für den ersten Tag ein lockerer 8km Lauf an, der unter anderem dazu dienen sollte, sich leistungsmäßig zu orientieren und sich zu überlegen, ob man sich in der richtigen Gruppe befindet. Die Trainer hatten basierend auf unseren Angaben zum Leistungsstand eine Einteilung vorgenommen. Allerdings konnte wir die Gruppe jeden Tag wechseln, wenn uns danach war.

Damit war sichergestellt, dass niemand aufgrund der Pace über- bzw. unterfordert wird.

Wir liefen bei herrlichstem Wetter (18°C und Sonne) die Strandpromenade von Can Picafort entlang und es machte sich ein totales Glücksgefühl in mir breit. Ich konnte nur noch lächeln. Sonne, Meer, Strand und laufen in Gesellschaft von Gleichgesinnten…. Was braucht man mehr um glücklich zu sein?! Ich war etwas traurig, als wir nach ca 50 Minuten schon wieder das Hotel erreichten.

Anschließend folgte nach einem gemeinsamen Stretching-Programm von jedem Läufer eine Videoaufnahme des Laufstils. Diese wurde am Abend vor der Teilnehmergruppe abgespielt und von den Trainern analysiert. Aus dieser Analyse konnte ich viel lernen und eventuelle Rückschlüsse auf meine bisherigen Verletzungen ziehen.

Im Verlaufe der gesamten Woche haben uns die Trainer hilfreiche Tipps gegeben, um unseren Laufstil zu optimieren. Ich kann sagen, dass das Lauf-ABC seitdem ein fester Bestandteil meines Trainings ist.

Den Abend ließen wir mit den ersten Eindrücken und tollen Gesprächen an der Hotelbar ausklingen.

 

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Dritter Tag:

Nach Yoga und gemeinsamen Frühstück starteten wir um 10:30 Uhr einen wunderbaren 13 km Lauf. Die Strecke führte uns zunächst entlang der Strandpromenade, dann weiter durch den idyllischen Naturpark Son Real. Bei perfektem Laufwetter lief ich mit meiner Laufgruppe vorbei an Olivenbäumen, Sandgruben und archäologischen Beständen. Dabei liefen wir durchgehend ein angenehmes Tempo, so dass Gespräche mit anderen Teilnehmern nie zu kurz kamen und zwischendurch immer noch Zeit für ein Foto war.

Auf dem Rückweg zum Hotel hatte jeder Läufer die Wahl zwischen einer 3 km Endbeschleunigung und einem Barfußlauf am Strand. Ich habe mich für den Barfußlauf entschieden. Es war ein totaler Genusslauf, der mich einfach glücklich gemacht hat.

Nach einem Mittags-Bummel durch den kleinen Ortskern von Can Picafort und einer Stärkung im nahegelegenen Restaurant stand um 17 Uhr ein Athletiktraining auf dem Plan.

Wie viele andere Läufer auch, neige ich dazu, meine gesamte Rücken-/Rumpfmuskulatur etwas zu vernachlässigen.

Bei dem Athletiktraining haben uns die Trainer effektive und abwechslungsreiche Übungen gezeigt, um die Muskulatur zu stärken und somit Verletzungen vorzubeugen.

 

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Vierter Tag:

Pünktlich um 10:30 Uhr versammelten wir uns an unsrem Treffpunkt: dem Hotelpool. Von hier ging es auf die 12 km lange „Mandelblütenrunde“.

Der Name dieser Laufrunde rührt daher, dass sich sehr viele Mandelbäume entlang der Strecke befinden. Die Runde führte uns auf überwiegend asphaltierten Wegen durch das Hinterland der Insel, vorbei an vielen weiten Feldern und schönen Fincas.

Auch hier legten wir zunächst wieder ein moderates Tempo an den Tag.

Im Anschluss an diese Runde führten die Trainer den sogenannten LC1000 Test mit uns durch.

Dieser dient der Bestimmung des Maximalpuls und kann als Grundlage für die weitere Trainingsgestaltung dienen.

Hierfür sind wir 1000 m gelaufen und haben uns voll verausgabt.

Anhand der gemessenen Zeit bzw des gemessenen Puls haben uns die Trainer weitere Anregungen bezüglich des persönlichen Trainings (je nach Ziel) gegeben und realistisch erreichbare Zeiten auf verschiedene Distanzen für uns errechnet und mit an die Hand gegeben.

 

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Fünfter Tag:

Ich liiiiebe Sonnenaufgänge… deswegen musste ich an diesem Tag die Yogastunde schwänzen und mich mit Kathrin, Jonas und Max (drei der Teilnehmer, die mir nach so kurzer Zeit schon sehr ans Herz gewachsen sind) um kurz nach 7 Uhr verabreden, um am Strand der Sonne entgegen zu laufen.

Was soll ich sagen…?! Es war einfach atemberaubend.

Bei milden Temperaturen laufend am Strand mit tollen Menschen in den Tag zu starten ist für mich nur schwer zu übertreffen. Dieser Gedanke daran zurück gibt mir immer wieder positive Energie und sorgt für ein breites Grinsen in meinem Gesicht.

Um 17 Uhr haben wir uns mit allen Läufern für ein gemeinsames Intervalltraining getroffen. Hier konnten wir beliebig oft auf einer bestimmten Runde 2000m Intervalle in der auf den LC1000 basierenden Halbmarathon-Pace laufen. Zwischen den Intervallen wurde jeweils 3 Minuten pausiert.

Zusammen mit Kathrin, Jonas und Max ließ ich den Abend der Wochenmitte mit einem Gläschen Rotwein in der Rooftop-Bar ausklingen.

 

 

Sechster Tag:

Dieser Tag stand ganz im Zeichen der Regeneration. Aber wir sind ja nicht auf die Insel geflogen, um zu faulenzen. Also gab es einen 7 km-Regenerationslauf mit dem Zwischenziel an einem tollen Steg am Strand etwas nördlich von Can Picafort. An diesem Tag führten wir alle unser grünes Laufcampus Shirt aus und hatten Spaß an einem gemeinsamen Fotoshooting. Die Fotos sind eine echt tolle Erinnerung an den Urlaub und die laufverrückten Teilnehmer.

Den Rest des Tages hatten wir zur freien Verfügung, da am nächsten Tag der lange Lauf anstand.

Ich nutzte die freie Zeit für eine ausgiebige Sportmassage… man gönnt sich ja sonst nichts.

Am Abend boten uns Armand, Cathleen und Ivan die Möglichkeit, ein individuelles Gespräch bezüglich der Trainingsgestaltung zu führen und sämtliche Fragen zu stellen, die uns auf der Seele brannten. Dies geschah natürlich in lockerer Atmosphäre in der Bar.

 

Siebter Tag:

So schnell war er da, der letzte Tag. Damit wir zu Hause auch noch wissen, was wir getan haben und unseren Körper spüren, stand noch ein langer Lauf auf dem Programm. Hier konnten wir uns spontan für 7, 17, 21, 25, 27 oder 32 km entscheiden. Je nach Lust und Laune hätten wir auch noch über die 32 km hinaus laufen können… die Trainer passen sich hier den Wünschen der Teilnehmer an.

Vorgenommen hatte ich mir für diesen Tag nichts, jedoch wäre ich gerne die 25 km gelaufen. Leider bin ich bei km 14 umgeknickt und hatte ziemliche Schmerzen im rechten Fuß, so dass es für mich zurück zum Hotel ging, um den Fuß zu kühlen und zu schonen. Das war zwar etwas ärgerlich, aber besser am letzten als am ersten Tag! Think positive 🙂

Am Abend trafen wir uns für eine letzte gemeinsame Runde. Wir konnten den Trainern unsere letzten Fragen stellen, die offen geblieben sind, mit den anderen Teilnehmern quatschen, die Woche Revue passieren lassen und gemeinsam die Fotos der Woche anschauen. Nach einem letzten Drink an der Bar verabschiedeten sich die Teilnehmer nach und nach in Richtung Bett.

Am nächsten Morgen nach dem Frühstück stand leider schon ein Transferbus vor dem Hotel, sammelte mich ein und brachte mich zurück zum Flughafen.

Mit ganz vielen wertvollen Erfahrungen, Trainingstipps und schönen Erinnerungen setzte ich mich in den Flieger und konnte für mich das Resumee ziehen, dass meine Erwartungen an diesen Urlaub weit übertroffen wurden. Ich habe viel gelernt, wahnsinnig tolle Menschen kennengelernt, mit denen ich weiter Kontakt halte und einen gemeinsamen Wettkampf plane. Ich habe mich wahnsinnig gut aktiv erholt. Dies war bestimmt nicht mein letzter Laufurlaub.

Wie siehts bei euch aus? Wart ihr schonmal im Laufurlaub und hat es euch auch so gut wie mir gefallen? Ich freue mich auf eure Kommentare!

Claudi Von

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